Stress gehört für viele Menschen zum Alltag. Problematisch wird es, wenn er chronisch wird – und die Fähigkeit nachlässt, mit Belastungen umzugehen. Genau hier setzt das Projekt „Resilient Minds“ an: Es soll erkennen, wann Menschen an ihre Grenzen kommen – und sie dabei unterstützen, rechtzeitig gegenzusteuern.
Denn viele Menschen gelten als „gesund“, obwohl sie dauerhaft unter Druck stehen. Schätzungen zufolge betrifft das in Europa rund 150 Millionen Menschen. Sie funktionieren im Alltag, sind aber langfristig gefährdet – und bleiben im Gesundheitssystem oft unsichtbar.
Resilient Minds will diesen Zustand erstmals messbar machen. Mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert das System individuelle Stressmuster und erkennt, wann die Selbstregulation – also die Fähigkeit, sich innerlich zu stabilisieren – aus dem Gleichgewicht gerät. Mithile kleiner Impulse im richtigen Moment greift das System frühzeitig ein. Diese sogenannten Mikro-Interventionen können etwa kurze Atemübungen, mentale Strategien oder Verhaltenshinweise sein – unaufdringlich und auf die jeweilige Situation abgestimmt. Anders als klassische Gesundheitsangebote greift das System also nicht erst ein, wenn Symptome auftreten. Es setzt deutlich früher an.
Ziel ist es, die Selbstregulation zu stärken, bevor Überforderung spürbare Folgen hat – etwa Erschöpfung, Leistungseinbruch oder Erkrankungen. Stress wird dabei nicht als persönliches Versagen verstanden, sondern als ein Zustand, der sich objektiv erfassen und beeinflussen lässt.
Auch für Unternehmen kann das relevant sein: Wer frühzeitig erkennt, wann Mitarbeitende unter hoher Belastung stehen, kann gezielter gegensteuern. Das kann Fehlzeiten reduzieren, die Zusammenarbeit verbessern und die Innovationsfähigkeit stärken.
Langfristig verfolgt Resilient Minds einen grundlegenden Ansatz: Resilienz soll nicht nur ein individuelles Thema sein, sondern eine erlernbare und messbare Fähigkeit – auf Ebene von Einzelnen, Teams und ganzen Organisationen.