Angela Hemme: Die Ärzt*innen der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V., kurz ÄGGF, gehen seit mehr als 70 Jahren direkt in Schulen. Dort sprechen sie mit Kindern und Jugendlichen über Pubertät, Sexualität, Körperwissen, Prävention und Gesundheit – offen, vertraulich und auf Augenhöhe. Jährlich erreichen wir mit unseren Ärztlichen Workshops mehr als 100.000 junge Menschen bundesweit.
Unser Konzept ist wissenschaftlich fundiert und semistandardisiert. Das bedeutet: Es gibt medizinisch geprüfte Inhalte und Qualitätsstandards, gleichzeitig bleibt genug Raum für die echten Fragen der Jugendlichen. Die Workshops finden meist in geschlechtshomogenen Gruppen und möglichst ohne Lehrkraft statt. Dadurch entsteht ein geschützter Raum, in dem offen gesprochen werden kann.
Schwerpunktthemen sind alle Themen, die die psychosexuelle Entwicklung in der Pubertät betreffen, rund um Körperwissen, Sexualität und Verhütung, HPV-Prävention oder FASD, also die Aufklärung über Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Gerade diese sensiblen Themen sind für viele junge Menschen mit Unsicherheit, Scham oder Fehlinformationen verbunden.
Im Kern geht es uns darum, Gesundheitskompetenz zu stärken. Also jungen Menschen zu helfen, Gesundheitsinformationen zu verstehen, einzuordnen und gute Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Gleichzeitig leisten wir einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit, weil unsere Angebote direkt in die Schulen kommen und für diese kostenfrei sind. So erreichen wir auch Jugendliche, die sonst wenig Zugang zu Präventionsangeboten hätten und bilden eine Brücke ins Gesundheits- und Vorsorgesystem.